JOCHEN BIGANZOLI / REGISSEUR

RUSALKA von Antonin Dvorak

LANDESTHEATER DETMOLD



Ausstattung: Stefan Morgenstern

Dramaturgie: Elisabth Wirtz, Dr. Michael W. Schlicht

Musikalische Leitung: Erich Wächter



LIEBE IN ZEITEN DES INTERNETS

Kaum hat das Orchester die ersten Takte der Ouvertüre gespielt, da steht schon fest: Das kann nicht gut gehen. Diese Liebe zwischen den beiden Menschen, die aneinander scheitern werden. Drei Stunden später ist auf der Bühne im Theater im Park der Beweis erbracht: Die Rusalka des Detmolder Landestheater schneidet sich zu den letzten Takten der Oper die Pulsadern auf.

Liebe in Zeiten des Internets: Eine junge Frau findet im weltweiten Netz einen Partner und verliebt sich in den Mann. Projiziert ihre Wünsche und Sehnsüchte auf das virtuelle Gegenüber und hält ihre Liebe für stark genug, auch die schwierigsten Hindernisse zu überwinden. Dass das schief geht, ist klar.

Denn in der Realität treffen zwei höchst unterschiedliche Menschen und Welten aufeinander: Das wertorientierte Elternhaus der Frau und die oberflächliche Modewelt des Mannes. Um glücklich miteinander zu werden, müssten sie ihre Erziehung, Tradition und Lebensweise über Bord werfen.

Doch das Paar scheitert an seiner Sprachlosigkeit. Nicht nur in dem lyrischen Märchen von Jaroslav Kvapil, in dem die historische Rusalka ihre Stimme für das Menschengewand hergibt. Sondern auch in der aktuellen Inszenierung von Jochen Biganzoli am Detmolder Landestheater. Denn dort ist die junge Frau mit ihrer Partnersuche im Internet in der Realität der modernen Gesellschaft angekommen.

Dafür haben die Detmolder weder am Text noch an der Partitur etwas geändert. Während Jörg Pitschmann das Orchester in der sinnlichen und sehnsüchtigen Musik Dvoraks schwelgen lässt, hütet Rusalka ihren Laptop wie einen Schatz und der Prinz fotografiert halbnackte Modells.

Und doch funktioniert das ganz wunderbar und völlig logisch. Das ist das Großartige an dieser Inszenierung. Denn nach wie vor geht es in dem Märchen um die Sehnsucht nach Liebe und die Angst vor Einsamkeit. Und es geht um die Überwindung von Unterschieden und Grenzen. Ein zeitloser Klassiker eben.

Am Ende scheitert das Paar aneinander. An seiner Sprachlosigkeit, an seinem unterschiedlichen Wertegefüge und an seinen unerfüllten Sehnsüchten. Damals wie heute. Am Anfang tat sich so mancher Besucher im Theater im Park etwas schwer mit dieser zugleich traditionellen als auch modernen Sicht auf die Dinge. Am Ende siegte die Betroffenheit und es gab jubelnden Applaus für die durchweg überzeugende Inszenierung.

NW-News - Bad Oeynhausen, 14. Mai 2011



PREMIERE MIT VIEL BEIFALL

Das Landestheater bietet eine moderne Version des Märchens RUSALKA von Antonin Dvorak. Eine Nixe im Internet-Zeitalter? Regisseur Jochen Biganzoli hat bei der RUSALKA - Premiere im Landestheater eine schlüssige, gegenwärtige Interpretation der romantischen Märchenoper geboten.

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LIEBE IN VERSCHIEDENEN WELTEN

Eine Märchenoper in einer Wohnküche, geht das? Eine Nixe mit Laptop, die im Internet mit einem fremden Prinzen kommuniziert, unmöglich? So beginnt die Oper RUSALKA auf der Bühne des Landestheaters Detmold. Nichts ist unmöglich! Diese Geschichte um die Nixe Rusalka, die aus Liebe Unerlöste, und ihre Familie Wassermann ist rasant und spannend von Regisseur Jochen Biganzoli  in die heutige Zeit verlegt.

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