JOCHEN BIGANZOLI   REGISSEUR

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The Turn of the Screw von Benjamin Britten steht auf der Bühne des Theaters Hagen und Regisseur Jochen Biganzoli und Ausstatter Wolf Gutjahr sorgen ebenso wie die handelnden Personen dafür, dass die zweite Live-Premiere der Saison (nach Donizettis „Liebestrank“) zum großen Ereignis werden sollte. (…)

Aber Biganzoli entscheidet sich nicht für eine Deutung, lässt alles offen im Geschehen zwischen Dunkelheit und Leuchtstoffröhren - und hat so recht damit. Eine Festlegung auf eine der vielen Deutungsvarianten wäre viel zu „erhellend“ gewesen. Das Spiel zwischen Hell und Dunkel macht das Wesen aus von Brittens Oper. Biganzoli und Gutjahr nutzen dieses Spiel. Durch die Taschenlampen kreieren sie noch eine weitere Bedeutungsebene. So zwingt Regisseur Biganzoli die Zuhörer*innen zu einer größtmöglichen Auseinandersetzung mit dem Stoff. Keine leichte Kost für eine kurze Oper - aber in jeder Minute ein packendes Ereignis. Licht als mitnehmendes, zentrales Element - das wird konsequent in jeder Minute umgesetzt! (…)

Dem Theater Hagen gelingt ein Anfang in die bald ja schon wieder zu Ende gehenden Saison, bei dem man aufhorcht. Und der für den nächsten Start in eine neue Saison Großes erwarten lässt.

THEATER PUR

TURN OF THE SCREW von Benjamin Britten,Theater Hagen


Musikalische Leitung: Joseph Trafton

Bühne: Wolf Gutjahr

Kostüme: Katharina Weissenborn

Dramaturgie: Rebecca Graitl


(…) Die Hagener Inszenierung kann in allen Belangen als herausragend gelungen bezeichnet werden. (…)

Das Theater Hagen hat mit ganzer Kraft die dunkle Vorlage aus dem 19. Jahrhundert in eine leider hochaktuelle Anklage in und für unsere Zeit interpretiert. Diese Hagener Aufführung mit dieser Britten-Musik geht wirklich unter die Haut und ist nichts für schwache Nerven.

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(…) Biganzoli fängt hervorragend die Stimmung ein und verdichtet diese; die Inszenierung hat durchaus atmosphärische Wirkung. Die Kinderzeichnungen auf dem Bühnenboden (per Video großformatig auf die Rückwand projiziert) bleiben scheinbar harmlos, wecken gleichwohl die Assoziation an vergleichbare Zeichnungen in der Psychotherapie. Nicht alle Überraschungsmomente sollen hier angesprochen werden; aber es gibt durchaus einiges zu sehen, und diese etwas weniger als zwei Stunden (plus Pause) gehören sicher zum Spannendsten, was derzeit auf den Opernbühnen zu erleben ist. (…)

Das Theater Hagen jedenfalls setzt nach einer weitgehend abgesagten Spielzeit ein ganz starkes Signal: Das kann Oper!

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Biganzolis Interpretation bringt im Verein mit Gutjahrs Bühne unablässig bezwingende, Assoziationen weckende Bilder auf die Bühne. Auch Joseph Trafton, seit 2017 Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Hagen, lässt sich von ihnen inspirieren und schafft Klänge, die zwischen Zerbrechlichkeit und gewaltiger Dramatik alle Zwischentöne packend aufleuchtenlassen.

Gesungen wird großartig: Angela Davis als Gouvernante, Maria Markina als Haushälterin Mrs. Grose, Anton Kuzenok als puppenhaft sich bewegender Quinn, Penny Sofroniadou als Geist der toten Miss Jessel – und vor allem die Darsteller der beiden Kinder Melissa Droste und Siegfried Berg, die sowohl sängerisch als auch darstellerisch jeden Anspruch an Professionalität einlösen. Am Ende sind beide tot: Flora steigt in einen Sarg, Miles malt sich ein weißes Kreuz auf sein Hemd. Das Ende einer rätselhaften Geschichte, deren Vielschichtigkeit, mit der Biganzoli sie erzählt, sich wohl erst erschließt, wenn man seine Inszenierung mehr als einmal erlebthat.

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