JOCHEN BIGANZOLI / REGISSEUR

DIE ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart

STADTTHEATER PFORZHEIM


Musikalische Leitung: Jari Hämäläinen

Ausstattung: Dorin Kroll



PFORZHEIMER KURIER 24. SEPTEMBER 2001
Ein Triumph im Kinderzimmer

Zwei Kinder fürchten sich in ihren Betten. Der Junge wird von einer Schlange bedroht, das Mädchen von einem schwarz gekleideten Finsterling, während es hinter den vergitterten Fenstern von einem weißen Mann beobachtet wird. Kinderschlafzimmer erwachen des Nachts zu einem eigenen Leben, in dem Ängste und Phantasien Gestalt annehmen, Schreckensfiguren aus den Wänden quellen. Irgendwann haben die Kinder, wohl herangereift zu Jugendlichen, ihre Ängste überwunden, kommen das blaue und das rosafarbene Bettchen zusammen, in das sie kuschelnd hineinhüpfen und über das Ungestüm des Lebens triumphieren. Anzüglich schwebt Taminos Flöte darüber. (...) Mozarts “Zauberflöte” erlebte als jugendliches Initiationsritual einen großartigen Erfolg zum Saisonstart des Pforzheimer Stadttheaters.(...)



NEUEN MERKER - WIEN, OKTOBER 2001

Pubertierende Jugendliche

Mit seiner ersten Neuproduktion dieser Saison hat das Pforzheimer Theater einen regelrechten Treffer gelandet. Regisseur Jochen Biganzoli hat Mozarts Werk zwar einen modernen, ziemlich ungewohnten Rahmen verpaßt; das Ergebnis war jedoch ein ungemein kurzweiliger, heiterer und rundum vergnüglicher Theaterabend (...) Fazit zum Schluß: Eine der besten “Zauberflöten” - Neudeutungen. Hinfahren und anschauen. Es lohnt sich!



DEUTSCHLANDFUNK MUSIKJOURNAL, 14. OKTOBER 2002

Gelungen: Zauberflöte als Generationenkonflikt

(...) Gastregisseur Jochen Biganzoli ging also ein Wagnis ein, als er in dieser Inszenierung auf Generationenkonflikt, Problematik des Erwachsenwerdens, Fremdbestimmung und Selbstfindung des jungen Menschen setzte... Das Wagnis ist gelungen, es wurde ein großer, unterhaltsamer Abend - trotz der Modernisierung! Ein Hauch von Märchen, eine kräftige Prise Humor waren immer spürbar, Traumspiel, tiefenpsychologische Symbole bereicherten das Geschehen, die Fülle der Regieeinfälle arteten nie in oberflächliche Gags aus, vielmehr vertieften sie die Augen- und Ohreneindrücke zum seelischen Erlebnis, zum Nachdenken.



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